Kirchentonarten
Musik
Die fünf

Die Kirchentonarten (lat. modi, toni, tropi), auch Kirchentöne oder Modi genannt, bilden das tonale Ordnungsprinzip der abendländischen Musik vom frühen Mittelalter bis zum 16. Jahrhundert, mit unmittelbaren Nachwirkungen bis ins 17. und 18. Jahrhundert.[1]

Grundlage des Systems ist eine von den Griechen übernommene Tonreihe. Sie beginnt beim großen A (später G, mit dem griechischen Buchstaben Γ bezeichnet) und endet bei a1. Diese Tonreihe ist jedoch nicht als Tonleiter im heutigen Sinne zu verstehen, sondern als Tonsystem, das sich am Vorbild des altgriechischen Systema Téleion orientiert. Von diesem unterscheidet es sich im Wesentlichen dadurch, dass die Anordnung der teils verbundenen, teils getrennten Tetrachorde um einen Ton nach unten verschoben wurde, so dass die Finaltöne (d, e, f, g) der „alten“ Kirchentöne ein Tetrachord bilden. Auch die einzelnen Kirchentöne (Modi) sind keine Tonleitern im heutigen Sinne, sondern skalenartige Ausschnitte aus dem Tonsystem („Oktavgattungen“), die das Tonmaterial von verwandten Melodien enthalten.

Artikel bei Wikipedia lesen

Hinweis: Links werden in einem neuen Fenster oder Tab geöffnet.

bezeichnet man als

Dorischer Modus, kurz Dorisch, bezeichnet ursprünglich eine Oktavgattung des altgriechischen Systema Téleion, später im mittelalterlichen System der Kirchentöne den ersten Ton oder protus authenticus[1][2] (gekennzeichnet durch den Ambitus d-d1, die Repercussa a und die Finalis d).

Heute wird (etwa im modalen Jazz) darunter oft nur noch eine modale Tonleiter mit der gleichen Intervallstruktur verstanden.

Artikel bei Wikipedia lesen

Hinweis: Links werden in einem neuen Fenster oder Tab geöffnet.

,

Phrygischer Modus, kurz Phrygisch bezeichnet ursprünglich eine Oktavgattung des altgriechischen Systema Téleion, später im mittelalterlichen System der Kirchentöne den dritten Ton oder deuterus authenticus[1][2] (gekennzeichnet durch den Ambitus e-e1, die Repercussa c1 und die Finalis e).

Heute wird (etwa im modalen Jazz) darunter oft nur noch eine modale Tonleiter mit der gleichen Intervallstruktur verstanden.

Artikel bei Wikipedia lesen

Hinweis: Links werden in einem neuen Fenster oder Tab geöffnet.

,

Lydischer Modus, kurz Lydisch (nach den Lydern), bezeichnet ursprünglich eine Oktavgattung des altgriechischen Systema Téleion, später im mittelalterlichen System der Kirchentöne den fünften Ton oder tritus authenticus[1][2] (gekennzeichnet durch den Ambitus f-f1, die Repercussa c1 und die Finalis f).

Heute wird (etwa im modalen Jazz) darunter oft nur noch eine modale Tonleiter mit der gleichen Intervallstruktur verstanden.

Artikel bei Wikipedia lesen

Hinweis: Links werden in einem neuen Fenster oder Tab geöffnet.

,
, A minor scale, CC BY-SA 3.0

Der äolische Modus (lateinisch Aeolius Modus, benannt nach dem Volksstamm der Aioler[1]), kurz Äolisch, ist neben Ionisch einer der authentischen Modi, die im 16. Jahrhundert von Glarean dem System der Kirchentonarten hinzugefügt wurden. Im erweiterten (aus zwölf Tonarten bestehenden) System der Kirchentöne ist Äolisch der neunte Ton (gekennzeichnet durch den Ambitus a-a1, die Repercussa e1 und die Finalis a). Der zehnte Ton wird als hypoäolischer Modus bezeichnet und unterscheidet sich vom äolischen durch einen Ambitus e-e1.[1]

Artikel bei Wikipedia lesen

Hinweis: Links werden in einem neuen Fenster oder Tab geöffnet.

und

Der ionische Modus (lateinisch Ionicus Modus, benannt nach dem Stamm der Ionier[1]), kurz Ionisch ist neben Äolisch einer der im 16. Jahrhundert von Glarean dem System der Kirchentonarten hinzugefügten authentischen Modi. Im erweiterten (aus zwölf Tonarten bestehenden) System der Kirchentöne ist Ionisch der elfte Ton (gekennzeichnet durch den Ambitus c-c1, die Repercussa g und die Finalis c). Aus der ionischen Tonleiter ging unsere heutige Durtonleiter hervor. In dieser Tonleiter liegt ein Halbtonschritt zwischen der dritten und vierten sowie der siebenten und achten Stufe, die anderen Intervalle sind Ganztonschritte. Der zwölfte Ton wird als Hypoionischer Modus bezeichnet und unterscheidet sich vom ionischen durch einen Ambitus g-g1.[2]

Beispiele für die Verwendung des ionischen Modus sind das Weihnachtslied Vom Himmel hoch, da komm ich her (Martin Luther, 1539) oder das Volkslied Drei Laub auf einer Linden (1540). Im hypoionischen Modus erklingt z. B. Aus tiefer Not schrei ich zu dir.

Artikel bei Wikipedia lesen

Hinweis: Links werden in einem neuen Fenster oder Tab geöffnet.

.

 Merkregel:
Der Pfarrer liest ältere Journale.
Zusatzinfo

Die Kirchentonarten (lat. modi, toni, tropi), auch Kirchentöne oder Modi genannt, bilden das tonale Ordnungsprinzip der abendländischen Musik vom frühen Mittelalter bis zum 16. Jahrhundert, mit unmittelbaren Nachwirkungen bis ins 17. und 18. Jahrhundert.[1]

Grundlage des Systems ist eine von den Griechen übernommene Tonreihe. Sie beginnt beim großen A (später G, mit dem griechischen Buchstaben Γ bezeichnet) und endet bei a1. Diese Tonreihe ist jedoch nicht als Tonleiter im heutigen Sinne zu verstehen, sondern als Tonsystem, das sich am Vorbild des altgriechischen Systema Téleion orientiert. Von diesem unterscheidet es sich im Wesentlichen dadurch, dass die Anordnung der teils verbundenen, teils getrennten Tetrachorde um einen Ton nach unten verschoben wurde, so dass die Finaltöne (d, e, f, g) der „alten“ Kirchentöne ein Tetrachord bilden. Auch die einzelnen Kirchentöne (Modi) sind keine Tonleitern im heutigen Sinne, sondern skalenartige Ausschnitte aus dem Tonsystem („Oktavgattungen“), die das Tonmaterial von verwandten Melodien enthalten.

Artikel bei Wikipedia lesen

Hinweis: Links werden in einem neuen Fenster oder Tab geöffnet.

Zusatzinfo

Dorischer Modus, kurz Dorisch, bezeichnet ursprünglich eine Oktavgattung des altgriechischen Systema Téleion, später im mittelalterlichen System der Kirchentöne den ersten Ton oder protus authenticus[1][2] (gekennzeichnet durch den Ambitus d-d1, die Repercussa a und die Finalis d).

Heute wird (etwa im modalen Jazz) darunter oft nur noch eine modale Tonleiter mit der gleichen Intervallstruktur verstanden.

Artikel bei Wikipedia lesen

Hinweis: Links werden in einem neuen Fenster oder Tab geöffnet.

Zusatzinfo

Phrygischer Modus, kurz Phrygisch bezeichnet ursprünglich eine Oktavgattung des altgriechischen Systema Téleion, später im mittelalterlichen System der Kirchentöne den dritten Ton oder deuterus authenticus[1][2] (gekennzeichnet durch den Ambitus e-e1, die Repercussa c1 und die Finalis e).

Heute wird (etwa im modalen Jazz) darunter oft nur noch eine modale Tonleiter mit der gleichen Intervallstruktur verstanden.

Artikel bei Wikipedia lesen

Hinweis: Links werden in einem neuen Fenster oder Tab geöffnet.

Zusatzinfo

Lydischer Modus, kurz Lydisch (nach den Lydern), bezeichnet ursprünglich eine Oktavgattung des altgriechischen Systema Téleion, später im mittelalterlichen System der Kirchentöne den fünften Ton oder tritus authenticus[1][2] (gekennzeichnet durch den Ambitus f-f1, die Repercussa c1 und die Finalis f).

Heute wird (etwa im modalen Jazz) darunter oft nur noch eine modale Tonleiter mit der gleichen Intervallstruktur verstanden.

Artikel bei Wikipedia lesen

Hinweis: Links werden in einem neuen Fenster oder Tab geöffnet.

Zusatzinfo
, A minor scale, CC BY-SA 3.0

Der äolische Modus (lateinisch Aeolius Modus, benannt nach dem Volksstamm der Aioler[1]), kurz Äolisch, ist neben Ionisch einer der authentischen Modi, die im 16. Jahrhundert von Glarean dem System der Kirchentonarten hinzugefügt wurden. Im erweiterten (aus zwölf Tonarten bestehenden) System der Kirchentöne ist Äolisch der neunte Ton (gekennzeichnet durch den Ambitus a-a1, die Repercussa e1 und die Finalis a). Der zehnte Ton wird als hypoäolischer Modus bezeichnet und unterscheidet sich vom äolischen durch einen Ambitus e-e1.[1]

Artikel bei Wikipedia lesen

Hinweis: Links werden in einem neuen Fenster oder Tab geöffnet.

Zusatzinfo

Der ionische Modus (lateinisch Ionicus Modus, benannt nach dem Stamm der Ionier[1]), kurz Ionisch ist neben Äolisch einer der im 16. Jahrhundert von Glarean dem System der Kirchentonarten hinzugefügten authentischen Modi. Im erweiterten (aus zwölf Tonarten bestehenden) System der Kirchentöne ist Ionisch der elfte Ton (gekennzeichnet durch den Ambitus c-c1, die Repercussa g und die Finalis c). Aus der ionischen Tonleiter ging unsere heutige Durtonleiter hervor. In dieser Tonleiter liegt ein Halbtonschritt zwischen der dritten und vierten sowie der siebenten und achten Stufe, die anderen Intervalle sind Ganztonschritte. Der zwölfte Ton wird als Hypoionischer Modus bezeichnet und unterscheidet sich vom ionischen durch einen Ambitus g-g1.[2]

Beispiele für die Verwendung des ionischen Modus sind das Weihnachtslied Vom Himmel hoch, da komm ich her (Martin Luther, 1539) oder das Volkslied Drei Laub auf einer Linden (1540). Im hypoionischen Modus erklingt z. B. Aus tiefer Not schrei ich zu dir.

Artikel bei Wikipedia lesen

Hinweis: Links werden in einem neuen Fenster oder Tab geöffnet.